Acoustic Night 2016

Eine Konzertnacht, nur mit akustisch spielbaren Instrumenten, ohne elektronischen Schnickschnack, findet man außerhalb der Klassik in der heutigen Konzertlandschaft nicht allzu oft. In den Franckeschen Stiftungen erwarten uns zwei hervorragende Bands, die aber genau das tun: Sie musizieren nur mit akustischen Instrumenten und menschlichen Stimmen. Trotzdem wird es, was die musikalischen Ausdrucksformen betrifft, ein sehr bunter Abend werden. Iris h Folk begegnet amerikanischem Bluegrass, Blues wird abgelöst von schwedischen TanzstĂŒcken, singende SĂ€gen duellieren sich mit Banjos, Gitarren mit Mandolinen und Geigen treffen auf Songs von Bob Dylan und Fleetwood Mac.

Den Abend eröffnet die Band „Buckley’s Chance“. In Australien ist dieser Name ein gebrĂ€uchliches Synonym fĂŒr „absolut keine Chance“. Als Bandname beschreibt es ein scheinbar aussichtsloses Unterfangen: Musiker aus England und Deutschland, dazu noch beiderlei Geschlechts und mit verschiedenen musikalischen Vorlieben sowie einem ĂŒber dreißigjĂ€hrigen Altersunterschied, spielen alle ihre LieblingsstĂŒcke: Nicht, wie man glauben könnte, nacheinander, sondern zusammen! „Buckley’s Chance“ interpretiert ganz eigene Versionen ihrer musikalischen Helden: Songs von Dylan ĂŒber Chuck Berry bis Emmylou Harris, von Folk ĂŒber Rock bis Swing. Die ausgewĂ€hlten Genres treffen zugegebenermaßen hart aufeinander, dafĂŒr ist jede Interpretation eine freudige Überraschung. DafĂŒr sorgen solistisch vor allem die aus Worcester stammende SĂ€ngerin Rebecca Didt und der ĂŒberragende Gittarist Alexander Wurlitzer.

Den zweiten Teil des Konzerts bestreitet die „Seldom Sober Company“. Dass ihre Konzerte Spaß machen, hat sich nicht nur in Halle lĂ€ngst herumgesprochen. Man muss kein Fan irischer und schottischer Musik sein um diese Band zu mögen. Sie gehört heute mit zum Besten was dieses Genre in Deutschland zu bieten hat: Sie bringt hohe MusikalitĂ€t gepaart mit viel hintergrĂŒndigem Witz ĂŒberzeugend auf die BĂŒhne! Hervorragende Musiker, wie Toni Geiling und Nico Schneider prĂ€gend ihren Sound maßgeblich. Die Auftritte der „Seldom Sober Company“ sind eine gelungene Mischung aus Konzert, Comedy und einem Hauch Rock’n’Roll. Mit Banjos, Violine, Dudelsack, Mandoline, Bass, Gitarren und Gesang schwingen sich die Musiker ĂŒber sattes irisches GrĂŒn, stampfen trotzig auf und berichten von Liebesfreud’ und Liebesleid. Dazwischen klingt schaurig-schön eine singende SĂ€ge, fĂŒgen sich eigene Kompositionen, wie z.B. „Why have you come“ und „Yeeha“ harmonisch ein. Dargeboten werden ausgefeilte Arrangements, die direkt vom Ohr ins Herz und ins Tanzbein gehen und wie sie irischer/schottischer nicht sein könnten. Seldom Sober (=selten nĂŒchtern) heißt in diesem Falle: berauscht an KlĂ€ngen, Rhythmen und der Magie echter Folkmusik.

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