Geschichte

Nico Schneider und Michael Proschek, Rudolstadt 2000
Niemand dachte an eine Band: Nico Schneider und Michael Proschek, Rudolstadt 2000

Ja, wir geben es zu: Der Bandname „Seldom Sober Company“ (Selten n√ľchterne Gesellschaft) ist ziemlich bescheuert. Aber was sollen wir tun? Als diese Band ihren Anfang nahm, in einem privaten Bierkeller in den Tiefen des Th√ľringer Waldes, war dieser uns√§gliche Name irgendwie im Raum. Er schwebte sozusagen √ľber den K√∂pfen und vielleicht auch durch sie hindurch. Doch ich fange besser mal von vorn an. Ganz von vorn!

Rudolstadt, Juli 2000 – Michael (Hallenser) ist mit der „Freaky Street String Band“ unterwegs und m√∂chte Stra√üenmusik machen. Seine Mitstreiter Bill Waltz und Paul Mart (USA) sind schon vor Ort und jammen mit einem gerade mal 18j√§hrigen Banjo spielenden Typen aus Zella-Mehlis, der Nico hei√üt, sich aber gern Nick O‘ Tailor rufen l√§sst. Man lernt sich kennen, trinkt zusammen ein paar Bier, spielt gemeinsam die Titel, die immer alle kennen und hat Spa√ü.

Ein Jahr später, wieder ist es Juli und wieder ist die Freakyband in Rudolstadt. Man sieht sich wieder. Der 18jährige Typ aus Zella-Mehlis spielt noch besser als im Vorjahr und ist 19 geworden. Ansonsten: The same procedure as every year, James.

Noch ein Jahr sp√§ter (2002) treffen sich Micha und Nico, ohne dass dies verabredet war und ohne dass mann zwischenzeitlich voneinander geh√∂rt h√§tte, in Pula in einer Kneipe. Pula liegt allerdings nicht in Th√ľringen sondern in Kroatien. HAST DU DIESES LICHT DENN NICHT GESEHEN? EIN ZEICHEN!!! Bei diesem unverhofften Wiedersehen spielt man gemeinsam die Titel, die immer alle kennen. Nico erw√§hnt beil√§ufig, dass er nach Halle kommen will, um eine Ausbildung als Grafikdesigner zu absolvieren. NOCH EIN ZEICHEN!!!! Wir machen eine Band, so aus Spa√ü, spielen die Lieder, die alle kennen und bekommen Freibier!

Dass ein weiteres Jahr sp√§ter ein ernsthafter Musiker zur Band st√∂√üt, der keinen Alkohol trinkt und richtige Musik macht, konnte ja damals keiner ahnen. Heute sind wir unter „Seldom Sober Company“ bekannt, getrunken wird – zumindest auf der B√ľhne – nur noch Apfelschorle. Die Musik hingegen ist √ľberhaupt nicht n√ľchtern. Also stimmt’s doch.